Zusammen 97 Jahre im Ortsverein

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Münnerstadt. Zusammen haben sie 97 Jahre ihrer Partei die Treue gehalten. Vier Mitglieder des SPD-Ortsvereins Münnerstadt wurden bei einem Treffen in der Wirtschaft Mangold für 20 oder 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Die SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Sabine Dittmar (Maßbach) überreichte ihnen die verdienten Ehrenurkunden und Nadeln.

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Jubilarehrung im SPD-Ortsverein Münnerstadt: Unser Bild oben zeigt (v.l.n.r.) Ortsvereinsvorsitzender Willi Michel, Christine Müller (25 Jahre), Maria Leutz (25), die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Britta Bildhauer, Anna Johanne Guhling (25), Sieglinde Schmitt (20) und die SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Sabine Dittmar.
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Münnerstadt Zusammen haben sie 97 Jahre ihrer Partei die Treue gehalten. Vier Mitglieder des SPD-Ortsvereins Münnerstadt wurden bei einem Treffen in der Wirtschaft Mangold für 20 oder 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. Die SPD-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Sabine Dittmar (Maßbach) überreichte ihnen die verdienten Ehrenurkunden und Nadeln.

Ortsvereinsvorsitzender Willi Michel konnte zu der Versammlung zahlreiche Mitglieder begrüßen. Klaus-Dieter Guhling hatte es übernommen, in gewohnt unterhaltsamer Weise die Jubilare zu würdigen und die Zeit, in der sie in die SPD eingetreten waren, Revue passieren zu lassen. „Die Jubilare gingen 20 oder 25 Jahre mit der SPD durch dick und dünn und erlebten Zeiten, in der die SPD heftigen politischen Bewegungen ausgesetzt war“, betonte Guhling. 1984, als Maria Leutz und Christine Müller in die SPD eintraten, waren Kommunalwahlen und Klaus-Dieter Guhling selbst kandidierte als Bürgermeister. „Schwung mit Verstand hieß unser Slogan. Doch gegen den Amtsinhaber gab es keine Chance. Ich bekam 21 Prozent“ erinnerte er sich. Damals zog die SPD mit vier Vertretern in den Stadtrat ein. Im Jahr 1989, als Sieglinde Schmitt eintrat „ereignete sich ganz Großes, die Mauer fiel“ erinnerte er sich. Die damaligen Ereignisse hätten die Kommunalwahl im kommenden Jahr in den Hintergrund gedrängt. 1990 kandidierte Gerd Müller als Bürgermeister. Ihm fehlen schließlich in der Stichwahl nur 38 Stimmen zum Sieg.
Guhling ging auch auf die Jubilare ein: Christine Müller (25 Jahre) kam über die Friedensfrauen zur SPD. Sie wurde gleich im ersten Jahr ihres Parteieintritts stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende und hütete später die Kasse des Ortsvereins. Aktiv ist sie noch heute in der AsF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen), deren Bezirksvorsitzende sie war. Große Verdienste im sozialen Bereich hat sie sich während ihrer zwölf Jahre als Mitglied im Kreistag erworben. In ganz Unterfranken bekannt und geschätzt ist sie wegen ihrer 18jährigen Tätigkeit im Bezirkstag. Auch hier galt ihre Aufmerksamkeit vor allem sozialen Fragen und den Sozialeinrichtungen des Bezirks, unter anderem der Michelsklinik.
Maria Leutz, ebenfalls 25 Jahre in der SPD, engagierte sich mehrfach als Kandidatin für den Stadtrat. Sieglinde Schmitt, seit 20 Jahren dabei, hat lange Jahre im Ortsvereinsvorstand mitgearbeitet und bis 2008 die Kasse geführt.
Guhlings Ehefrau Anna Johanna wurde nachträglich für 25jährige Mitgliedschaft geehrt und sprach für sich selbst: „1982, als die FDP der SPD in Bonn die Zusammenarbeit aufkündigte, bin ich eingetreten. Ich war guten Willens, mitzuarbeiten, aber ein Guhling genügte“. Sie sei im Hintergrund aktiv gewesen und habe ihren Mann aufgerichtet, wenn dieser nach politischen Schlachten verwundet und ganz geknickt war, meinte sie schmunzelnd.

„Es gehört schon etwas dazu, sich so lange zu binden. Die Solidarität zur SPD war nicht immer einfach. Es gab zu Zeiten von Kanzler Schröder mit den Hartz 4-Gesetzen auch Zerreißproben“ betonte Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Sabine Dittmar. Sie dankte den Jubilaren für ihre Mitarbeit im „kleinen, aber sehr aktiven, kritischen und aufmüpfigen Ortsverein Münnerstadt“. Jeder habe dazu seinen Beitrag geleistet.

Sabine Dittmar betonte, dass Europa nach der Wirtschaftsunion auch eine Sozialunion brauche und das einheitliche Sozialstandards geschaffen werden müssten. Europaweit seinen Mindestlöhne nötig, die auch existenzsichernd seien. Sie berichtete auch aus der Sitzung des Umwelt- und Gesundheitsausschusses im Landtag. Dort war der Entwurf des gelockerten Nichtraucher-Schutzgesetzes von der CSU und FDP bebilligt worden. „Wie hatten, mit Ausnahme der Raucherclubs ein höchst vorbildliches Gesetz“ betonte sie. Die SPD-Fraktion werde zunächst im Landtag dafür kämpfen, dass es erhalten bleibt.